Hausbesuch im Polizeipräsidium Frankfurt am Main

Foto: Julio Klappich

Von den Zellen des Polizeigewahrsams im zweiten Stock bis hinauf zum Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach hat Polizei-Vizepräsident Dr. Walter Seubert die Mitglieder des FPC während des Hausbesuchs quer durch das Polizeipräsidium geführt. Dabei wurde manch ein Blick hinter die Kulissen gewährt, der auch für erfahrene Polizeireporter noch neue Informationen brachte. Der Leiter der Pressestelle Alexander Kießling schilderte detailliert und mit viel Humor die Abläufe in der Abteilung des Gewahrsams. Rund 4500 Einlieferungen hat das Präsidium im Jahr zu bewältigen, sofern nicht noch Großereignisse hinzukommen, bei denen möglicherweise mehrere hundert Personen gleichzeitig festgenommen werden. Dem Gewahrsam angegliedert ist eine eigene Transportabteilung, die Gefangene mitunter auch sehr kurzfristig in andere Bundesländer z.B. zu Gerichtsverhandlungen bringen muss. Die Fliegerstaffel ist zwar in Egelsbach stationiert, kann aber innerhalb von sechs Minuten auf dem Dach des Präsidiums landen. Sie liefert unter anderem Aufnahmen und Lageberichte aus der Luft bei Großereignissen.

Zur bundesweiten Vorbildfunktion hat es das Frankfurter Polizeipräsidium inzwischen in der Kommunikation bei Großeinsätzen geschafft, berichtete die Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Carina Lerch. Den Durchbruch gab es mit der aktuellen Begleitung des Polizeieinsatzes in den Sozialen Medien während der militanten Auseinandersetzungen anlässlich der Eröffnung der EZB im Jahr 2015. Mit Bildern von brennenden Polizeiautos, Fakten und Argumenten begleiteten die Social-Media-Redakteure den Einsatz ihrer Kollegen auf der Straße zeitnah und schufen so ein starkes Gegengewicht zu der Kommunikation der Demonstranten. Dem Frankfurter Konzept sind seinerzeit bei dem Terroranschlag auf das Einkaufszentrum auch die Münchener Kollegen gefolgt. Am Anfang dieser Entwicklung stand allerdings das desaströse Bild, das die Polizei im Zuge der Blockupy-Demonstration im Jahr 2013 gegeben hat. Damals wurde die Meinungsbildung sehr stark in den Sozialen Medien geprägt und die Polizei ist auf den herkömmlichen Kanälen mit ihren Argumenten für bestimmte Maßnahmen nicht durchgekommen. Das gab den Anlass für eine tiefgreifende Umstrukturierung und den Aufbau einer Social-Media-Redaktion.

 

Text: Nikolaus Münster

Fotos: Rainer Rüffer / Julio Klappich