Hausbesuch bei Interxion

Foto: Rainer Rüffer

Zu Gast bei der Server-Farm von Interxion

Der größte Datenumschlagplatz der Welt

Von der Hanauer Landstraße aus sind lediglich einige unspektakuläre Bürogebäude zu sehen, die mit hohen Zäunen und NATO-Stacheldraht umgeben sind. Dahinter verbirgt sich der größte Datenumschlagplatz der Welt. Die Mitglieder des FPC hatten bei einem Hausbesuch der Firma Interxion exklusiv die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. In zehn Rechenzentren – das elfte wird demnächst in Betrieb genommen – beherbergt Interxion Server von Unternehmen jeder Größenklasse und garantiert in technischer Hinsicht die absolute Sicherheit des Betriebes.

Da schon ein verhältnismäßig kurzer Ausfall von Servern für viele Unternehmen einen hohen wirtschaftlichen Schaden verursachen kann, ist die Anforderung an Zuverlässigkeit des Betriebes extrem hoch. Alle Krisenszenarien werden hier durchgespielt und entsprechende Vorkehrungen getroffen. Ein umfassendes Netz modernster Blitzableiter schützt gegen die Naturgewalt. Bei einem Stromausfall stehen für die ersten Sekunden Batterien bereit, die solange die Versorgung übernehmen, bis nach kurzer Zeit die ständig in Bereitschaft stehenden und daher immer vorgewärmten Generatoren hochgefahren sind und den Strom liefern. Markus Steckhan, Senior Technical Consultant bei Interxion, verglich diese Situation mit einem Reifenwechsel bei Tempo 200. Die Absicherung muss natürlich noch weitergedacht werden. Insofern gehören zu der Vorsorge auch ein eigenes Tanklager und Verträge mit europäischen Firmen, die auch in Krisensituationen Dieselbenzin liefern können.

Sicherheitsüberwachungen mit unzähligen Kameras sowie eine ständige Kontrolle der Luft nach Fremdpartikeln zur Früherkennung eines Schmorbrandes sind ebenfalls Bestandteile des Sicherheitskonzeptes. Kommt es in einem Raum zum Brand, so strömt aus eingebauten Düsen Argon-Gas aus, das den Sauerstoff aus dem Raum verdrängt und das Feuer so sehr schnell erstickt. All diese Sicherheitsvorkehrungen wären für die Unternehmen viel zu aufwändig, weshalb sie ihre Server in die Obhut von Rechenzentrumsbetreibern wie Interxion geben.

Die Branche boomt und Interxion hat über eine lange Zeit jährliche Wachstumsraten von rund 25 Prozent. Wie Marketing Managerin Mareike Jacobshagen berichtete, ist die Nachfrage der Kundschaft so groß, dass das Unternehmen mit dem Bauen neuer Rechenzentren kaum nachkommt. Interxion wurde 1999 in Deutschland gegründet und ist mittlerweile in elf europäischen Ländern vertreten. Der Jahresumsatz belief sich 2016 auf 421 Millionen Euro. Von den insgesamt rund 500 Mitarbeitern sind in Frankfurt etwa 120 beschäftigt. Der Hausbesuch hat den FPC-Mitgliedern eine Vorstellung einer fast unvorstellbaren Welt gegeben.

 

Text: mü

Fotos:© Rainer Rüffer