Hausbesuch bei der dfv Mediengruppe

Foto: Julio Klappich

„Wer bei der agrarzeitung arbeitet, sollte Braunrost von Gelbrost unterscheiden können und wissen, dass es sich um Pilzkrankheiten beim Weizen handelt“. Brita Westerholz, Leiterin der Unternehmenskommunikation und Corporate Marketing der dfv Mediengruppe, macht der FPC-Besuchergruppe schnell klar, worauf es bei Fachpublikationen aus ihrem Haus ankommt: Auf solides Fachwissen und gute Vernetzung in der Branche. „Man muss mit Lesern und Kunden auf Augenhöhe sprechen. Sonst wird das nichts.“

Seit knapp 30 Jahren arbeitet Brita Westerholz für das Medienunternehmen, das seit 1989 an der Mainzer Landstraße nahe der Galluswarte ansässig ist. Souverän präsentiert sie Zahlen und Fakten: Produziert werden rund 100 Zeitschriften und Magazine für 11 Branchen mit einer verbreiteten jährlichen Gesamtauflage von 16 Millionen Exemplaren. Flaggschiffe sind die Titel Lebensmittel Zeitung, TextilWirtschaft und HORIZONT, ein Fachmagazin zu Marketing, Werbung und Medien. Dazu kommen digitale Informationsangebote wie Newsletter, Apps und branchenspezifische Jobbörsen. Außerdem organisiert das Unternehmen rund 140 kommerzielle Veranstaltungen im Jahr, etwa den Deutschen Medienkongress in der Alten Oper oder die Euro Finance Week im Congress Center der Messe Frankfurt.

990 Mitarbeiter hat die dfv Mediengruppe, digitalisierungsgetriebene Umstrukturierungen und damit verbundene Kündigungswellen gab es bisher nicht. Eine Teilnehmerin aus dem FPC-Kreis konstatiert eine große Ruhe und Gelassenheit: „Das klingt so, als ob hier alles rund läuft.“ Brita Westerholz bestätigt: „Unterm Strich ist alles bestens.“ Die Umsätze der dfv Mediengruppe seien stabil. Und bei der Einführung der digitalen Produkte sei von Anfang an die Bezahlschranke etabliert und ein „Kassenhäuschen“ aufgestellt worden: „Wir setzen bis auf wenige Ausnahmen konsequent auf Paid Content.“

Dagmar Behme, Redakteurin der agrarzeitung, ergänzt: „Unsere Informationen sind bares Geld wert. Deshalb sind die Kunden auch bereit zu zahlen.“ Das Jahresabo für die agrarzeitung kostet rund 500 Euro. Dafür bekommen die Kunden ein ganzes Medienpaket - unter anderem die Tagespreise für Weizen auf ihr Smartphone und Exklusiv-Informationen zur Agrarpolitik aus Berlin und Brüssel, von eigenen Korrespondenten. Und noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist für Dagmar Behme wichtig: „Wir sind die einzige unabhängige Agrarzeitschrift am Markt.“

Dass die Produkte der dfv Mediengruppe ständig neue Zielgruppen ins Visier nehmen, macht Dr. Uwe Vorkötter klar, Chefredakteur von HORIZONT: „Unter Fachmagazinen der Kommunikationsbranche sind wir die Nummer 1.“ Vor allem digital sieht er noch Potential. Daher werde auch mit neuen Formaten experimentiert, mit Snapchat beispielsweise. Auch Podcasts und Videos seien im Gespräch. „Das müssen wir uns noch erschließen“. Im Unterschied zu anderen Produkten sind digitale Inhalte von HORIZONT teilweise kostenfrei. „Der Wettbewerb diktiert dies in diesem Segment.“.

Zum Schluss der Gesprächsrunde stehen drei Begriffe im Raum, die mit der dfv Mediengruppe verbunden werden: Solidität, Seriosität und Berechenbarkeit.

 

Text: Anke Knafla

Fotos: Julio Klappich