Rückblick Dom-Römer-Quartier

Foto © Rainer Rüffer

Der FPC in der neuen Altstadt

Ein spannendes Bauprojekt – aber auch eine kommunikative Herausforderung

Um das Großprojekt der neuen Altstadt hat es von Anfang an viel Diskussion, Streit und Polemik gegeben – aber letztlich hätten alle die heftigen Kontroversen erheblich zu dem Gelingen und der Qualität des jetzt nahezu fertiggestellten Ensembles beigetragen. Dieses Resümee zog Matthias Leißner, der zusammen mit seiner Kollegin Marion Spanier-Hessenbruch die Mitglieder des FPC noch vor der offiziellen Eröffnung im Mai durch die neue Altstadt führte. Beide gehörten von der ersten Stunde an zu dem Team der Dom-Römer GmbH, die als städtische Gesellschaft gegründet und mit der Realisierung des Vorhabens beauftragt wurde. Dabei war die Kommunikation in die Fachwelt der Städteplaner und Architekten ebenso wichtig wie der Dialog mit der Bevölkerung und den Medien.

Der erste Architektenwettbewerb hatte moderne Bürobauten mit Flachdächern zum Ergebnis. Als die spätere Richtung gefunden war, den Häusern zumindest die alten Grundrisse zu geben, erwies sich die Suche nach einem Investor als schwieriges Unterfangen. Es zeigte sich, dass die Stadt selbst Geld in die Hand nehmen musste, um die Planungen umzusetzen, die Dom-Römer GmbH wurde gegründet. Von den insgesamt 35 Häusern wurden 15 rekonstruiert. Und wie Leißner betonte, nicht nach Disneyland-Manier mit nur einer optischen Aufhübschung der Fassade, sondern die Häuser wurden in der gesamten Konstruktion und mit den Verzierungen nach den alten Bau- und Handwerksmethoden erstellt. Natürlich mussten Kompromisse geschlossen werden, da zum Beispiel heute Buntsandstein als tragendes Material nicht mehr zugelassen ist - wegen seines Verhaltens im Brandfall. Also wurden in die mit Buntsandstein ausgestatteten Erdgeschosse Stahlträger eingezogen.

Leißner erläuterte während des Rundgangs auch die historische Bedeutung der Altstadt als Keimzelle von prägenden Entwicklungen Frankfurts. Die zahlreichen Innenhöfe der eng aneinander gebauten Häuser waren der Geburtsort der Frankfurter Messe, da dort die Waren ausgestellt und gehandelt wurden. Als die Messe im 17. Jahrhundert durch Münzverwilderung gefährdet war, gründeten Kaufleute im Nürnberger Hof die Börse. Mit der sehr ansprechenden und fachkundigen Führung ist es den Mitarbeitern der Dom-Römer GmbH gelungen, weiter positive Stimmung für ihr Projekt zu machen. Dass aber nicht jeder alles für gelungen hält, liegt auch in der Natur der Sache.

 

Text: mü

Fotos: Rainer Rüffer